Storytelling
Das Erzählen von Geschichten und Praxisbeispielen ist für die Lobbyarbeit unerlässlich. Dieses Tool beschreibt, wie eine gute Geschichte aufgebaut ist und was dabei helfen kann, dass die Botschaft beim Gegenüber ankommt.
Die Kunst Geschichten zu erzählen
„Was sind eigentlich Geschichten? Geschichten helfen uns, die Realität in eine Form zu bringen, die verständlich, einprägsam, greifbar und bedeutungsvoll ist. Sie sind im Idealfall spannend und vermitteln Emotionen, und alles, was wir emotional erfahren, merken wir uns leichter.“
(Karakuyu, Glanzl, Reicher 2025: 15-16)
Geschichten erzählen ist mehr als das bloße Berichten von Ereignissen – es ist eine uralte Kunstform, die Kulturen, Religionen und soziale Bewegungen geprägt hat. Geschichten schaffen emotionale Verbindungen, machen komplexe Themen greifbar und können Menschen für gemeinsame Anliegen mobilisieren. Durch digitale Medien ist das Teilen solcher Geschichten heute besonders einfach und wirkungsvoll geworden. Richtig eingesetzt, kann Storytelling nicht nur informieren, sondern auch Wahrnehmungen verändern, Barrieren abbauen und politische Entscheidungen beeinflussen.
Erzählungen haben die Kraft, Entscheidungsträger*innen dazu zu bringen, über Berichte und Zahlen hinauszublicken und die menschlichen Auswirkungen ihres Handelns zu berücksichtigen.
Der rote Faden
Effektives Storytelling verwandelt trockene Fakten und Informationen in fesselnde Geschichten, indem es einem roten Faden folgt. Emotionen sowie Spannung und überraschende Momente helfen dabei, die Aufmerksamkeit des Gegenübers zu gewinnen und zu halten.
Zielsetzung und Fokus
Zielgruppe kennen
Authentische Geschichte und Hauptfigur
Ausgangssituation bzw Problem benennen
Vision und Lösung
Klare Botschaft und Wirkung
Gute Geschichten
- Emotionen und bildhafte Sprache nutzen:
Gefühle und anschauliche Bilder machen Geschichten lebendig und einprägsam. Sie helfen dabei, Menschen emotional zu erreichen und zum Handeln zu motivieren. - Publikum aktiv einbeziehen:
Fragen, direkte Ansprache oder ein spannender Einstieg schaffen Aufmerksamkeit und Beteiligung. Zuhörende sollen sich als Teil der Geschichte fühlen. - Verständlich und wirkungsvoll erzählen:
Klare Zusammenhänge, wichtige Begriffe und passende Details helfen dem Publikum, der Geschichte zu folgen und zentrale Botschaften im Gedächtnis zu behalten. - Achte darauf:
junge Menschen durch das Storytelling nicht zu stigmatisieren.
Hier sind einige Fragen, die dazu dienen können, Ideen für Geschichten von und über Offene Kinder- und Jugendarbeit und Jugendliche zu sammeln:
- Welche einprägsamen persönlichen Erlebnisse, Beobachtungen oder Erfahrungen aus der OKJA könnten eine erzählenswerte Geschichte sein?
- Welche jungen Menschen inspirieren durch ihre Erfahrungen, ihren Mut oder ihre Entwicklung besonders? Welche Rolle spielte OKJA dabei?
- Welche Themen, Fragen oder Zukunftssorgen beschäftigen junge Menschen aktuell besonders?
- Welche Probleme erleben Jugendliche – und wie gehen sie damit um oder finden Unterstützung?
- Welche positive Veränderung oder Unterstützung durch OKJA wird in der Biographie eines jungen Menschen sichtbar?
- Was bedeutet das Jugendzentrum für junge Leute, die es regelmäßig besuchen?
